Adobe Extract – cloud powered PSD2HTML

Ein etablierter Workflow in der Web Industrie ist, dass ein Grafiker eine Website mit Photoshop konzipiert und der Frontend Entwickler diese dann zur Umsetzung bekommt.

In Zeiten des Responsive Web hat die pixelgenaue Umsetzung mittlerweile ihren Charme verloren. Viele Probleme die beim statischen Konzipieren in Photoshop entstehen, können bei frühzeitigem Schwenk auf den Browser schneller erkannt und eliminiert werden. Aber trotzdem kann es passieren, dass einen Frontend Entwickler ein PSD als Designvorlage erreicht. Unter Linux hatte man bis vor kurzem dann nur unzureichende Möglichkeiten mit diesem PSD sinnvoll zu arbeiten.

Mit Brackets 1.0 hat Adobe „Extract for Brackets (Preview)“ in die Software gepackt, selbst für Linux. Wäre ich häufiger in der Creative Cloud eingeloggt, wäre mir das Feature wohl schon als Extract for Creative Cloud über den Weg gelaufen, aber so war mein Weg über Brackets.

Auch für Linux? Echt jetzt? Das erinnert viele an das Adobe Flexbuilder Plugin für Eclipse und düstere Erinnerungen werden wach. Aber ja: Auch für Linux. Das liegt daran, dass Extract eine Software as a Service Komponente ist, also ein cloudgestütztes Feature. Bei der Create Now 2014 Tour in Düsseldorf zeigte Adobe schon andere SaaS Features, bei denen der Client nur die Anzeige übernimmt und in der Cloud die Raketenphysik stattfindet. Aufgrund dieser Architektur kann dieses Feature also plattformübergreifend angeboten werden.

Bei Extract sind alle Gewinner: Als Linux Nutzer kann ich das Feature nutzen und das wäre bei einer nativeren Umsetzung wohl nie passiert. Und Adobe kann bei Problemen schneller den Code auf ihrer Plattform ändern, ohne an alle ein Update verteilen zu müssen.

Zu Beginn muss das PSD in die Creative Cloud hochgeladen werden. Ich schätze mal das 99.9% aller Webworker einen Account bei Adobe haben, da man früher für jeden Download einer Testversion sich dort einloggen musste. Mit dem Free-Plan der Creative Cloud, besitzt außerdem jeder 2GB Cloud Speicherplatz.

Ist das PSD hochgeladen, ist es auch für mich als Linux User möglich die korrekte Farbe, den richtigen Font, die richtige Font Größe etc. auszulesen. Extra Kosten? Keine! Weder Brackets benötigt eine Lizenz, noch brauche ich eine Photoshop Lizenz, abgesehen davon, dass auf einem Entwickler Rechner selten alle Schriftarten die beim Designer vorrätig sind, installiert sind. Und wie oben beschrieben: „Extract for Creative Cloud“ kopiert die entsprechenden Stylesheets direkt in die Zwischenablage, ganz ohne Brackets. Auch für den Webworker auf Windows und Macs kann dieses Tool wirklich Zeit sparen. Für mich ist aber die Linux Unterstützung ein Doppel Pluspunkt.

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